Therapiert von Christopher L. Schilling – Buchcover

Sachbuch · DemnächstBallsbridge Press

Therapiert

Wie schlechte Wissenschaft unser Innenleben einnimmt

Christopher L. Schilling

Auch auf Englisch: Therapy People →

Wir haben unser Innenleben einem Berufsstand überlassen, der nie bewiesen hat, dass er helfen kann.

Die Psychotherapie gehört zu den selbstverständlichsten Institutionen des modernen Lebens. Sie gehört aber auch, so Christopher L. Schilling, zu den am schwächsten wissenschaftlich begründeten.

Gestützt auf Metaanalysen, Replikationsstudien und jahrzehntelange klinische Forschung zeigt Therapiert, dass die Wirksamkeit der Gesprächstherapie zu großen Teilen auf dem Placeboeffekt beruht und dass rund drei Viertel der Aussagen der Psychologie wahrscheinlich falsch sind.

Doch schwache Wissenschaft ist nur ein Teil des Problems. Der Berufsstand hat sich Schritt für Schritt von der klinischen Versorgung entfernt und der ideologischen Erziehung zugewandt. Unter dem Deckmantel der Gesundheitsversorgung bietet er politischen Aktivismus und spirituelle Praktiken an: Achtsamkeit, Yoga, Rituale der Beichte. Zugleich wächst der therapeutische Staat. Regierungen übernehmen mehr und mehr Verantwortung für das Innenleben ihrer Bürger, erklären gewöhnliche Härten zur Krankheit und Widerspruch zur Störung.

Schilling legt sich mit den prominentesten Stimmen der Branche an: mit Trauma-Bestsellerautoren, die ihre eigenen Quellen falsch wiedergeben, und mit Therapeuten, die nach dem 7. Oktober herbeieilten, um Überlebende zu behandeln, obwohl klare Belege zeigen, dass sofortige psychologische Intervention mehr schadet als nützt. Er zeigt auch, wie die Therapiekultur unsere Art zu sprechen, zu denken und uns selbst zu verstehen verändert hat. Einsamkeit wird zur Pathologie umgedeutet, Widerstandskraft zur Verdrängung erklärt, und am Ende steht eine Gesellschaft von Dauerpatienten.

Gelehrt, international im Blick und kompromisslos in seinen Schlüssen: Therapiert ist Pflichtlektüre für alle, die je einem Therapeuten gegenübersaßen – oder sich gefragt haben, ob sie es sollten.

Christopher L. Schilling, PhD, ist Jurist und Politikwissenschaftler. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Antisemitism and the Character of America, The Therapized Antisemite, Zen Judaism und The Japanese Talmud. Er lehrte an Diplomatenakademien und Universitäten im Vereinigten Königreich, in Deutschland und in Mexiko und war als Gastwissenschaftler in New York, Taipeh, Seoul und Tokio tätig.

VerlagBallsbridge Press (2026)

Umfang151 Seiten

ISBN978-1-0666698-8-2

GenreSachbuch

ThemenPolitik & Gesellschaft, Psychologie

FormatTaschenbuch · E-Book

SpracheDeutsch

Weitere Bücher von Summer Books Publishers